Verlässlichkeit ist der Grundstein für das Gelingen von Elternsein

Dr. Susanne Kohlmeyer bei den Marienfelder Klostergesprächen am 8. Oktober 2018

Marienfeld: „Ein Baby ist ein Engel, dessen Flügel schrumpfen, während die Beine wachsen.“ Mit diesem Sprichwort führte Michael Kirk zum Thema des ersten Abends der fünften Runde der Klostergespräche und hieß die Referentin, Dr. Susanne Kohlmeyer, herzlich willkommen. Mit brillantem Wissen führte diese nun aus, dass gutes Meinen in der Erziehung der Kinder nicht unbedingt auch gutes Machen ist.

Dr. Kohlmeyer wählte anstelle des Begriffes Helikoptereltern die umfassende Beschreibung „Curlingeltern“. Diese versuchen ihrem Kind die Hindernisse auf dem Wege des Heranwachsens allesamt aus dem Weg zu räumen und stecken die Ziele eindeutig ab. Diese Ziele aber sind allzu häufig nicht die Ideen und Wünsche des Kindes, sondern die oft unerfüllten Wünsche der Eltern. Der freien und sicheren Entfaltung des Kindes aber werden auf diese Weise meist unbewusst enge Grenzen gesetzt, führte die Referentin aus.

Sie zeigte Wege für die Entwicklung des Kindes auf, die diesem sowohl die sichere Bindung als auch den freien Weg zur Erkundung (Exploration) einräumt. So entsteht ein Gleichgewicht mit entsprechender Sicherheit für Kind und Eltern. In diesem Zusammenhang ist das feste Verlassen aufeinander das Wichtigste für die gute Entwicklung und die Sicherheit des Kindes, führte Dr. Kohlmeyer aus. Das Kind lernt, dass es auch Niederlagen akzeptieren muss und kann. Die Eltern begleiten es mit Zuspruch aus Enttäuschungen und lassen neue Entdeckungen immer wieder zu. Die soziale Kompetenz wird in hohem Maße gefördert.

Die Referentin zum Thema „Wie geht Elternsein?“, Dr. Susanne Kohlmeyer, forschte und lehrte an der Universität Paderborn im Lehrstuhl für Pädagogische und Entwicklungspsychologie und arbeitet seit Januar 2018 für den Bildungsträger ash in Gütersloh. Michael Kirk, Schulsozialarbeiter am Gymnasium in Harsewinkel, eröffnete die fünfte Reihe der Klostergespräche und leitete durch die Abendveranstaltung.


"Frustrationstoleranz", so nannte es Dr. Kohlmeyer, ist Kindern in die Wiege gelegt. Wirkung erlangt sie z.B. schon beim Erlernen des Laufens: Hinfallen, aufstehen, wieder hinfallen, wieder aufstehen. Kinder probieren sich immer wieder neu und wissen gleichzeitig, dass ein Scheitern des Laufversuchs durch die sichere Basis Eltern abgefedert wird.

Was macht also gute Eltern aus? Die Referentin stellte klar, dass man in Deutschland heute für jede Aufgabe und jedes Werken eine Lizenz benötigt. „Für die schwierigste Aufgabe des Lebens aber, Kinder zu erziehen, sind keine Nachweise der entsprechenden Fähigkeiten erforderlich“, stellte Dr. Kohlmeyer fest und forderte sodann: „Eltern sollen grundsätzlich mutig sein.“ Dazu müssen sie dem Bauchgefühl und nicht dem Außendruck nachgeben. Eltern müssen die Entwicklung ihres Kindes begleiten und ihnen somit die Möglichkeiten der Gestaltung und den eigenen Weg für das Kind zulassen, aber nicht diesen Weg frei räumen.

Im Rahmen der Diskussion wurde klar: Verlässlichkeit ist der Grundstein für das Gelingen von Elternsein. Diese erfährt ihre Krönung zu guter Erziehung mit der festen Ehrlichkeit, die das Kind immer wieder als Hafen ansteuern kann. Nur unter diesen Bedingungen kann der Weg bereitet werden für den Menschen, der Selbstverantwortung und Leistungsbereitschaft sowie Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt und das Gemeinwohl beherrscht und der schließlich für Toleranz und Demokratie eintritt. Curlingeltern aber verhindern die Sicherheit für das Kind, verdrängen die genannten Werte und erzeugen häufig für das Kind eine Außenseiterstellung.

 


Vorstellung der fünften Gesprächsreihe 2018/2019


Vorstellung der vierten Gesprächsreihe 2017/2018


Vorstellung der dritten Gesprächsreihe 2016/2017

Neue Westfälische, 10.10.2016

Marienfelder Klostergespräche widmen sich dem Thema Innovation
Der Referent zum Auftakt ist Eduard Sailer


Foto: Joe Cubick

Marienfeld. Mit kontroversen Themen, kritischen Fragen und kompetenten Gesprächspartnern gehen die Marienfelder Klostergespräche ab Mitte Oktober in die dritte Reihe. Auftakt ist am 17. Oktober mit dem Thema "Wie geht eigentlich Innovation?".
"Wir sind sehr zufrieden mit dem Echo. Die Themen kommen an, und die Leute rennen uns die Bude ein", freute sich Pater Gottfried Meier, einer der Organisatoren oder auch "Themenpaten" genannt, bei der Vorstellung der sechs Themen. Letzteres galt insbesondere beim Thema Demenz. Neben dem Geistlichen sind noch Dr. Barbara Flötotte, Karin Kirchner, Norbert Daut, Hermann Hecker, Michael Kirk und Albrecht Pförtner dabei, die erneut auf "breites Interesse" hoffen.

Für den diesjährigen Auftakt sind die Verantwortlichen froh, Dr. Eduard Sailer als Referenten gewonnen zu haben. Der technische Geschäftsführer der Firma Miele geht demnächst in den Ruhestand und wird dann zurück in seine süddeutsche Heimat ziehen. Der Referent könne einfach "Innovation gut erklären", begründete Albrecht Pförtner, der beruflich viel mit Sailer zu tun habe.

Aktueller Stand der Planungen für das Flughafengelände

Am 3. November geben die Briten die Princess Royal Barracks an die Bundesrepublik zurück und verlassen den Flugplatz an der B 513. Ein Teil der über 300 Hektar liegt auf Harsewinkeler Stadtgebiet. Am 14. November behandelt Michael Schmidt die Frage "Die Briten ziehen ab - was kommt nun?".
Der Konversionsbeauftragte der Stadt Gütersloh wird unter anderem den aktuellen Stand der (Über-)Planungen für das Gelände vorstellen und den groben Zeitplan für das weitere Vorgehen darstellen.

"Rotary - Wer und was stecken dahinter?" wird Jürgen Bonnet am 16. Januar 2017 erklären. Der Club tritt eher selten in öffentliche Erscheinung. Die Kombination aus persönlichem Einfluss und Macht, Nichtöffentlichkeit und Verschwiegenheit nährt jedoch seit jeher Spekulationen über Mitgliedschaften, Ansinnen und Zweck der Rotary-Organisation bis hin zu Verschwörungstheorien. Der Referent ist seit mehreren Jahren Mitglied des Rotary Clubs Halle/Westfalen, der auch die Orte Steinhagen, Versmold, Borgholzhausen, Werther und Harsewinkel umfasst. Er werde darüber aufklären, was Rotary ist - und vor allem, was es nicht ist.
Weitere Themen sind "Was ist die Gütersloher Tafel?" mit Referent Hans-Jürgen Trendelkamp (13. Februar) sowie zum Abschluss "Klosterdorf Marienfeld - wie wichtig ist Geschichte?". Der Referent am 13. März, Dr. Holger Kempkens, gilt als absoluter Kenner des Marienfelder Klosters.

Die Veranstaltungen finden jeweils im Pfarrheim St. Marien, Klosterhof 16, statt. Dabei habe sich der gesetzte Zeitrahmen von 20 bis 21.30 Uhr der von der Sparkasse Gütersloh unterstützten Reihe "sehr bewährt".

Weiter Informationen zu den Themen und Referenten gibt es via Internet: www.marienfelder-klostergespraeche.de

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Die Glocke, 17.10.2016




Vorstellung der zweiten Gesprächsreihe 2015/2016


Neue Westfälische, Mittwoch, 14.10.2015
Klostergespräche bieten ein breites Spektrum
Auftakt: Die Veranstaltungsreihe beginnt am 26. Oktober mit Referentin Maud Beste

Marienfeld. Kontroverse Themen, kritische Fragen, kompetente Gesprächspartner - unter diesem Motto stehen die "Marienfelder Klostergespräche", die nächste Woche fortgesetzt werden. Im September vergangenen Jahres noch als "Klostergespräche am Kamin" gestartet, ziehen die Initiatoren jetzt wegen der besseren Eignung ins Pfarrheim des Klosterdorfs um. Darüber hinaus finden die Gesprächsrunden jetzt immer montags statt.
Bei den bisherigen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wurden zwölf bis 45 Teilnehmer gezählt. "Mit dem bunten, weitgefächerten Programm wollen wir uns intensiver mit den verschiedenen Themen beschäftigen", erklärte Albrecht Pförtner die Intention der Klostergespräche. Wichtig war ihm die Überparteilichkeit der Gespräche, die einen Zeitrahmen von 90 Minuten haben.

Die Reihe startet am 26. Oktober um 20 Uhr mit "Wie arbeitet ein großes Krankenhaus?" Referentin Maud Beste war dazu schon zum Ende der ersten Reihe eingeladen, doch die Geschäftsführerin des Klinikums Gütersloh musste damals kurzfristig absagen.
Wie erfüllen unsere Krankenhäuser ihre vornehmste Aufgabe, nämlich eine Einrichtung zu sein, in der "durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen", wie es im Gesetz heißt?
Am Beispiel des Klinikums Gütersloh sollen Hintergründe beleuchtet und komplexe Zusammenhänge aufgezeigt werden über Struktur, innerbetriebliche Organisation und nicht zuletzt auch die Finanzierung eines großen Krankenhauses, das eine wohnortnahe und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung gewährleisten soll und gleichzeitig leistungsfähig und wirtschaftlich sein muss, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Zum aktuellen Thema "Ausländer und Flüchtlinge im Kreis Gütersloh" referiert Dr. Wolfgang Schwentker am 23. November um 20 Uhr. Der Referent ist Leiter der Abteilung Ordnung des Kreises Gütersloh, zu der auch die Ausländerbehörde gehört. An diesem Abend soll auch auf die aktuelle Situation in Harsewinkel eingegangen und auf die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Mitbürger hingewiesen werden.

"Demenz geht uns alle an!?" lautet das Thema von Bernd Meißnest am 18. Januar (20 Uhr). Er ist Chefarzt in der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie im LWL-Klinikum Gütersloh.

"Wie politisch soll oder muss Kirche sein?" fragt Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer am 22. Februar. Sie ist Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Uni Freiburg.

Abgeschlossen wird die Reihe durch Maria Unger. Die ehemalige Bürgermeisterin von Gütersloh, die nach 21 Jahren jetzt nicht mehr kandidiert hatte, berichtet am 21. März über die Frage "Was tut eine Bürgermeisterin?".
(Autor: Joe Cubick)
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Vorstellung der neuen Gesprächsreihe

Neue Westfälische, Mi., 24.09.2014


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Die Glocke, Mi., 24.09.2014


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